Geschenke zur Taufe

Nicht immer endet es gut, wenn man Freunde verkuppeln will. Bei meinen Freunden dagegen hat der Blitz so richtig eingeschlagen. Sie haben in kürzester Zeit geheiratet und es gibt sogar schon Nachwuchs. Nachdem ich beim Verkuppeln so brillant war, bin ich als Taufpatin für die kleine Jo noch viel besser, hat sich besagtes Kuppelpärchen gedacht.
Nun da haben sie nicht ganz Unrecht. Sollten sie sich doch irren, gibt es immerhin noch Taufpate Nummer zwei, Andi.
Die Krönung des Täuflings Bedarf nicht nur eines rauschenden Festes, sondern auch eines tollen Geschenks und zur Taufe wollen gerade Patentante und Patenonkel etwas Besonderes schenken. Drum habe ich mir sehr lange die Frage gestellt, was für diesen besonderen Anlass passend ist. Hier meine Favoriten.

Taufkerze selbst basteln

Taufpate numero due hat diesen Vorschlag eingebracht. Ich muss zugeben, ich war zuallererst skeptisch. Ich konnte mir schwer vorstellen, wie es uns gelingen soll eine Kerze zu basteln, die am Ende nicht so aussieht, als hätten zwei Fünfjährige ein neues Bastelprojekt gestartet. Die Taufkerze meines ersten Patenkinds hat immerhin mehr als EUR 100 gekostet. Daher bin ich davon ausgegangen, dass die hohe Kunst der Taufkerzen-Herstellung nicht jeder Frau vorbehalten ist. Schlaue kaufen Taufkerzen vielleicht auch nicht unbedingt am teuersten Pflaster Wiens, beim Stephansdom….

Am Ende konnte Andi mich überzeugen, weil seine Schwester – wie ich später erfahren durfte eine wahre Kerzenkünstlerin – uns dabei unterstützte. Gesagt getan und sehet selbst, unser Kerzenwunder!

Taufkerze

Mit Anleitung und den Tricks einer erfahrenen Kerzenbastlerin, hat es gut geklappt. Ihr solltet allerdings Freude am Basteln mit ganz winzigen Teilen, also Fitzelarbeit haben. Zimmertemperatur ist ideal. Wenn es zu heiß ist, wie bei uns Ende Juli, lässt sich das Wachs schwerer verarbeiten. Auf Pinterest findet ihr schöne Vorlagen und bei der Wiener Bücherei, gibt es Bücher mit genauen Anleitungen fürs Taufkerzen basteln.

Ketterl

Die Taufe ist ein christliches Ritual. Dem Täufling wird das erste Sakrament gespendet. Ein Klassiker unter den Taufgeschenken ist das Goldketterl mit dem Kreuzanhänger. Für meinen Geschmack doch etwas konservativ.
Ich bin vor einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ein Grund mehr kein Kreuz, das Symbol des Christentums zu verschenken. Die Grundidee finde ich aber gut. Es muss ja nicht unbedingt ein Kreuzanhänger sein. Ich habe meinem ersten Patenkind, das heute schon 10 Jahre alt ist, einen Edelstein-Anhänger in Herzform geschenkt. Es war nicht irgendein Edelstein sondern ein Lapislazuli. Ein blauer leuchtender Stein, der für ihr Sternzeichen steht. Ich fand das kindergerechter als das Kreuz. Sie trägt es oft, gerade zu besonderen Anlässen, wie ihrer Erstkommunion.

Münzen – die bodenständige Alternative

Ein weiterer Klassiker sind Anlagemünzen in Gold (Dukaten), Silber und Platin. Sie sind zeitlos und es gibt verschiedene Einheiten und Prägungen. Genaueres findet man auf https://www.muenzeoesterreich.at oder man lässt sich direkt Vorort bei der Münze Österreich (Am Heumarkt 1, 1030 Wien) beraten. Von den Sammlermünzen sollte man eher die Finger lassen, es sei denn ihr habt Ahnung davon. Plant ihr eine Münze zu kaufen, lohnt es sich den Goldpreis im Auge zu behalten. Die Dukaten werden zu den tagesaktuellen Goldpreisen verkauft.
Mit den klassischen Gold- oder Silbermünzen kann man nicht viel falsch machen und das Patenkind wird das Geschenk spätestens mit fortgeschrittenem Alter zu schätzen wissen.

Zeit

Eine meiner Lieblingsgeschenke. Gerade für die ganz Kleinen, sind die besonderen Dinge die, an die wir Erwachsenen im ersten Moment gar nicht denken.
Mit ihnen am Spielplatz in der Sandkiste zu wühlen, eine Runde Verstecken spielen, Kuchenteig schlecken, Eis essen, gemeinsam ein Bild mit Wasserfarben malen oder das Lieblingsbuch gemeinsam lesen gefällt ihnen sicherlich besser, als die anderen hier aufgezählten Geschenke oder Klassiker, die zur Taufe gerne geschenkt werden. Solls den Kleinen gefallen, versucht euch in sie hinein zu versetzen. Nicht kompliziert denken und am besten macht ihr euch keine Gedanken, ob die Eltern das gut finden bzw. ob es denn auch gut und teuer genug ist.

Lebensbaum

Das pflanzen eines Baumes steht für neues Leben. Gerade für eine Taufe die passende Symbolik. Wenn im Garten auch noch genügend Platz ist und man auch bei den Eltern vorgefühlt hat, ob sie mit einem zusätzlichen Bäumchen nicht überfordert sind, ein sehr schönes Geschenk.
Für Stadtkinder ohne Garten gibt es immerhin die Möglichkeiten Baumpatenschaften abzuschließen oder wenn man etwas mehr ausgeben mag, kann eine Rosenpatenschaft in Schönbrunn oder im Volksgarten in Wien für sein Patenkind abschließen.

https://baumfreunde.org/bereich/baumpatenschaft
http://www.bundesgaerten.at/schlosspark-schoenbrunn/Patenschaften/Rosen-Patenschaft.html

Und was haben wir noch verschenkt?

Ein Dirndl mit Geschichte.
Die Mutter der kleinen Jo ist Oberösterreicherin, der Vater Wiener. Sie leben in Wien. Neben der langjährigen Freundschaft zu den beiden, verbindet Andi und mich eine noch längere Freundschaft und unser Heimatort in Oberösterreich.
Noch ein Grund mehr, dass wir Taufpaten von Jo wurden. Denn ihren Eltern ist es ein Anliegen, ihr neben dem Wienerblut auch das oberösterreichische mit auf den Weg zu geben. Das hatten wir stets im Hinterkopf und dann die Idee ihr eine Tracht aus unserer Heimat dem Salzkammergut zu schenken. Die schönsten Geschenke sind am Ende die, die eine kleine Geschichte zu erzählen haben.

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